Aluminium-Wintergarten

Aluminium-Wintergärten (Alu-Wintergarten)

Mittlerweile  werden  die meisten Glasdächer in Deutschland  aus Aluminium gefertigt. Das liegt ohne Zweifel an der Leichtigkeit des Materials bei einer vergleichsweise hohen Festigkeit. Auch größere Ausladungen können mit schmalen Profilen erstellt werden. Die Oberfläche pulverbeschichteter, einbrennlackierter Aluminiumprofile hat eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer bei minimalem Pflegeaufwand. Selbst im rauen salzhaltigen Klima der Küstenregionen sowie in den UV-exponierten harten Bergregionen liegen damit gute Erfahrungen vor.

 Aluminium wird am häufigsten für den Bau  von  Wintergärten verwendet.
Das  leichte, doch stabile Material erlaubt die Ausführung  zahlreicher,
auch komplizierter Dachformen.

Heute ist nahezu jeder Farbton beziehbar. Aluminiumprofile für Wohnwintergärten müssen immer thermisch getrennt sein. Dies wird durch Kunststoffstege oder Dämmschichten erreicht, die verhindern, dass  die Innen- und die  Außenschale eine direkte Verbindung haben, denn in  diesem  Fall würde  wertvolle Energie von innen nach außen geleitet  werden. Vor allem aber wird dadurch erreicht, dass sich die innenliegenden Oberflächen auf höhere Temperaturen aufheizen können und damit die Bildung von Kondenswasser stark vermindert wird. Die gute Wärmeleitung von Aluminium führt dazu, dass die Innenschale bis in die Eckbereiche hinein relativ hohe Oberflächentemperaturen erreicht, auch wenn dort die unmittelbare Wärmezufuhr durch Warmluftzirkulation geringer sein sollte.

Die Aluminiumdächer werden mit Aluminiumelementen (Fenstern, Türen, Schiebe- und Faltanlagen) ausgefacht. Ein hoher Anteil der Alu-Dächer wird auch meist zur Kostensenkung mit Kunststoff-Unterbauelementen (Fenstern, Türen, Schiebe- und Faltanlagen) ausgestattet. Mit Kunststoffrahmen kann eine bessere Wärmedämmung erreicht werden. Nachteilig sind der 3 mal so hohe Wärmeausdehnungskoeffizient von PVC gegenüber Aluminium, geringe Farbunterschiede durch unterschiedlichen Oberflächenglanz und die geringere Stabilität, so dass die Flügelmaße stärker begrenzt sind als bei Aluminium. 

Bei größeren Spannweiten werden die Aluminium-Hohkprofile mit  Stahl-Einschieblingen verstärkt. Wegen des starken Unterschiedes in der Wärmeausdehnung von Stahl gegenüber Aluminium kann es hier bei starken Temperaturschwankungen gelegentlich zu Knackgeräuschen kommen.

Stahlunterkonstruktionen zur Erhöhung der Stabilität werden nur bei sehr großen Konstruktionen eingesetzt (Hallen, große Gaststätten, ...).

Die Aluminiumkonstruktionen bestehen in der Regel aus langjährig erprobten, ausgefeilten Wintergarten-Systemen oder Fassaden-Systemen, die von wenigen Systemgebern einschließlich entsprechender Planungs- und Verarbeitungsrichtlinien geliefert werden. Wintergarten-Hersteller (Metallbauer, Tischler, Schreiner) fertigen aus diesen Systemkomponenten dem jeweiligen Kundenauftrag entsprechend den Wintergarten oder das Terrassendach und montieren diese beim Kunden.

Darüber hinaus gibt es qualifizierte Händler, die Kundenberatung und Planung übernehmen, den Wintergarten bzw. das Terrassendach von einem Verarbeiterbetrieb fertigen lassen und dann mit eigenen Montagetrupps den Wintergarten beim Kunden montieren.

Für den Kunden, aber auch für den Lieferanten ist es wichtig, dass möglichst einfache, klar definierte Vertragsbeziehungen formuliert werden, damit Unklarheiten in den Verantwortlichkeiten von vornherein vermieden werden.

Ein Wintergarten ist ein Bauwerk mit allen dazugehörigen technischen und baurechtlichen Anforderungen. Er stellt eine besonders in bauphysikalischer Hinsicht anspruchsvolle Konstruktion dar, die mit dem vorhandenen Bauwerk trotz völlig unterschiedlicher Baumaterialien und Konstruktion dauerhaft und bei allen Wetterlagen "funktionieren" muss, einschließlich der Heizung, sofern diese vorgesehen ist.

Diese Besonderheiten erfordern spezifische Kenntnisse und Erfahrung. Die Hoffnung, ähnlich dem IKEA-Schrank, aus "Baukastensystemen" in Eigenregie zu planen und zu errichten führen immer zu wertvollen Erfahrungen, seltener zu einem dauerhaft erfreulichen und noch seltener zu einem kostengünstigen Ergebnis.

     



Zuletzt geändert am 12.05.2013 um 10:41.

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